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WAZ Oberhausen/Essen. Das ist das heißeste Rock-und Pop-Wochenende des Jahres im Ruhrgebiet. Gestern Abend zauberten die Rolling Stones und AC/DC in Oberhausen, keine zehn Kilometer Luftlinie entfernt rappte US-Star Eminem. Und dann kommt Herbert Grönemeyer nach Schalke.
Dichte Menschenströme ziehen durch die Neue Mitte Oberhausen, alle 70 000 kennen nur ein Ziel: Den Eingang zum O.Vision-Gelände, wo die Rolling Stones gleich spielen werden. Warten auf Jagger.
Eine Band stiehlt den Stones schon vorher die Show, zumindest was die Präsenz der Band T-Shirts angeht: AC/DC. Recht selten sieht man zwischen all den Baumwollhemdchen der australischen Hardrocker mal ein Stones-Shirt von der "Bridges To Babylon"-Tour, aus der "Stripped"-Zeit oder ein noch älteres. Viele der ankommenden Fans bleiben schon an der ersten Kontrolle hängen: Da müssen noch schnell die Bierdosen "geext" werden, bevor es weiter aufs Gelände gehen darf.
Den Platz jedoch beherrschen eindeutig die Stones: In der Mitte mit einem großen Merchandising-Stand. Wer noch nicht genug fürs Ticket berappt hat, greift hier noch einmal in die Tasche. Für das einfache weiße T-Shirt mit buntem Aufdruck zahlt man 30 Euro, wer es etwas robuster mag, kann eine Bomberjacke für 90 Euro ergattern.
Dass die Stones bei jedem Alter ankommen, zeigt ein simpler Blick in die Menge: Vom 14-Jahre alten Gruftie-Mädchen Susanne ("Mein Vater hört die Stones, aber ich find die auch super.") bis zur 65-jährigen Oberstudienrätin Irmhild ("Mein zehntes Stones-Konzert.") sind alle dabei.
Noch lange sind nicht alle auf dem Gelände, als die Cranberries die Bühne betreten. Doch so recht scheinen sich die Fans nicht für die irischen Folkrocker zu interessieren. Als Sängerin Dolores O#1#2Riordan ihren großen Hit "Zombie" anstimmt, widmen sich die meisten lieber ihrem Bier oder unterhalten sich - und warten auf die Stones.
Erst als AC/DC auf die Bühne gehen, kommt Bewegung in die Menge: Der Gitarrenzwerg Angus Young und Sänger Brian Johnson sind von der ersten Sekunde an voll präsent. Brian schreit "Thank you", dann legt er los, im ärmellosem T-Shirt und mit Schlägermütze. Obwohl die Sonne brennt, trägt Angus brav die Schuluniform mit Krawatte - sein Markenzeichen, das er erst beim "Bad Boy Boogie" ablegt, um mit nacktem Oberkörper weiter zu spielen. Doch bis dahin hagelt es ehrlichen Rock: "Dirty Deeds", "Thunderstruck", "Hell#1#2s Bells". Ein riesiger Steg ragt ins Publikum, auf dem Young und Johnson an diesem Abend ein paar hundert Meter zurücklegen. Und sie sparen auch nicht an den Klassikern wie "TNT" und "Highway To Hell". Bei letzterem ziehen sie ihre berüchtigte Höllenglocke in die Höhe. Eine andere Band als die Rolling Stones hätte nach solch einem Programm keine Chance mehr, die Stimmung zu übertreffen. Das Warten auf Jagger, es ist jetzt nicht mehr ganz so gespannt.
Und dennoch: Als um 21.50 Uhr Mick Jagger mit seinem pinkfarbenen Jäckchen auf die Bühne springt und "Brown Sugar" singt, sind alle Fans voll mit dabei. Große Enttäuschung anfangs darüber, dass die Videowände plötzlich gewichen sind. Doch das machen die Stones nach "You Got Me Rocking" wieder wett, denn zu "Start Me Up" fahren sie gigantische Videowände auf. Dann kommt ein Hitfeuerwerk, mit "Angie" oder "You Can#1#2t Always Get What You Want".
Am Samstagmittag wird das Gelände schon wieder gerupft wirken, dann wird sauber gemacht, die Anlage eingepackt (4 Stunden Arbeit) und die Bühne abgebaut (12 Stunden). Dann fahren die 100 Trucks Richtung Süden. Wien wartet auf die Stones.
Die derzeit heißesten Pop-Stars der Welt standen gestern Abend auf der Bühne des Essener Georg-Melches-Stadions. Hip-Hop-Superstar Eminem gab vor 36 000 Zuschauern im ausverkauften Stadion eines von zwei Open-Air-Konzerten in Deutschland. Mitgebracht hatte er seinen Kumpel "50 Cent". Der führt derzeit nicht nur die US-Charts an mit seinen "21 Questions", sondern belegt auch noch Platz 3. Als die beiden gegen 21 Uhr gemeinsam die Bühne betreten, hebt die Hafenstraße ab. Die Fans waren richtig heiß auf das Rapper-Gipfeltreffen. So heiß, dass sechs Freunde aus Pforzheim schon um vier Uhr früh vor den Stadiontoren waren. Das sind Mühen, die in sengender Sonne Tribut fordern: Während 36 000 Fans feiern, kümmern sich Sanitäter um knapp 160 Notfälle - Diagnose: Kreislauf-Kollaps.
13.06.2003 Von Georg Howahl und Viola Tensil
Source www.waz.de
Das Gipfeltreffen der Rock-Opis
AC/DC und die Rolling Stones standen in Oberhausen gemeinsam auf der Bühne
Oberhausen – Tun sie’s oder tun sie’s nicht? Das war die Frage für 60.000 Fans der Rolling Stones und AC/DC im Oberhausenener Zukunftspark „O.Vision“. Nach gut 30 Minuten war sie beantwortet.
Da schlichen sich Malcolm (50) und Angus Young (48) – natürlich in obligatorischer Schul-Uniform – zu Mick Jagger (59) und Co. auf die Bühne, spielten gemeinsam mit den Stones „Rock my baby“ – einer der Höhepunkte des einzigen NRW-Gipfeltreffen der Rock-Opas.
Die Rolling Stones baten Oberhausen mit allen Hits von „Brown Sugar“ bis „Sympathy for the devil“ zum fröhlichen „Ä…Wackeln.“ Und waren nachts um 1 Uhr, als sie zurück im Kölner Hyatt-Hotel waren, zu ausgepumpt, um Autogramme zu geben, Gitarrist Ron Wood (56) schlich nur noch mit Bademantel und Kippe aufs Zimmer
Source www.express.de
Rolling Stones heizten in Oberhausen ihren Fans ein
VON Jürgen Öhler, 14.06.03
Sie können es eben wie kaum eine andere Band der Welt. Die Rolling Stones begeisterten am Freitagabend vor 65000 Fans im Oberhausener Visionpark mit einer perfekten Bühnshow und einem „Best of-Programm“, das keine Wünsche offen ließ. Mick Jagger turnte in Hochform auf der Bühne herum und Keith Richards ließ sich nach seinem schon gewohnten lethargischen Start am Schluss des Konzerts sogar zu einem (kurzen) Sprint über die Bühne hinreissen. Charlie Watts verharrte freundlich stoisch wie immer an seinem Schlagzeug und traf den Nerv der Musik ohne überdimensionierten Schnickschnack. Nur Ron Wood wirkte manchmal eher wie der bierselige Fan vor der Bühne.
Aber auch er gwann mit zunehmender Konzertdauer erheblich an Standsicherheit und Spielfreude. Den Sprint hatte Keith Richards sich vielleicht von Angus Young abgeschaut, der mit AC/DC für die richtige Stimmung im Vorprogramm gesorgt und mit sauberem Metallsound eingebettet in hervorragende Akustik gesorgt hatte. Young bestritt den „Bluesteil“ sogar gemeinsam mit den Stones, erntete dafür enthusiatischen Applaus und bedankte sich danach brav bei allen Stones. Der Mann weiß eben, mit wem er es zu tun hatte.
„It’s only Rock’n Roll“ – für die Stones Anlass, sich auf eine kleine Vorbühne zu wagen und drei Songs mitten im Publikum zu spielen. Und die Fans machten das Konzert dankbar zu einer Riesenparty. Nach zwei Stunden und „Jumpin‘ Jack Flash“ als Zugabe gönnten sie den alten Herren auf der Bühne einen würdigen Abschied.
Ein Grund für den eiligen Aufbruch der Fans war sicher auch die etwas chaotische Abfahrt. 14500 Fahrzeugem teilweise 5 km vom Konzertplatz geparkt, hatten die Polizei vor echte Probleme gestellt. Das absolute Chaos blieb zwar aus, doch der viel zu enge Weg vom Konzertplatz nach draußen vollgestellt mit Bierbuden und Verkaufsständen führte teilweise zu einem besorgniserregenden Gedränge. Die Stones hielten, was sie versprachen – der Konzertort hat sich allerdings kaum für weitere Großveranstaltungen empfohlen.
Source www.ksta.de
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